Der Augenarzt als Augenlaser-Patient

Prof. Dr. Michael Knorz ist einer der Pioniere der deutschen Augenlaser-Medizin und treibende Kraft der Gründung der KRC (Kommission für Refraktive Chirurgie), einer Organisation des Berufsverband der Augenärzte Deutschland (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), die die Kriterien für zerifizierte Augenlaserbehandlung jährlich revidiert, Empfehlung ausspricht und refraktive Chirurgen in Deutschland fortbildet und Sie mit einem Fortbildungszertifikat ausstattet. Wir beide haben zeitgleich mit der Einführung der PhotoRefraktivenKeratektomie (PRK) im Jahre 1992 begonnen, aber ihm verdanke ich die frühzeitige Umstellung meiner Operations-Technik auf die „Keratom-LASIK“ im Mai 1995. Seit 2000 sind wir selbst KRC-Trainer und führen und begleiten junge Kollegen durch ihre ersten Behandlungen entsprechend dem Modell der Fluglehrer.

Überzeugt von den wissenschaftlichen Grundlagen der Refraktiven Hornhaut-Chirurgie war Michael Knorz einer der ersten deutschen Augenärzte, die über das Erlebnis einer Keratom-LASIK in unseren Fachkreisen berichten konnte:

EuroTimes, Magazine of the European Society of Cataract & Refractive Surgeons  Vol.3 Iss.2 Mar-April 1998

Do Eye Surgeons Undergo LASIK?

This one did … and liked it!

by J.F.Henahan, übersetzt von Dr. Wolfgang Pfäffl

Unterziehen sich Augenärzte einer LASIK? Dieser hier ja… und es gefiel ihm!

Bei jeder ophthalmologischen Konferenz, wo PRK, LASIK oder andere moderne Verfahren zur Korrektur von Brechkraftfehlern einen größeren Teil der Agenda bilden, ist es keine ungewöhnliche Beobachtung dass viele, wenn nicht die meisten Operateure im Auditorium immer noch Brille tragen. Bis zum 23.Januar 1998 war dies auch der Fall für PD.Dr.Michael Knorz, Augenklinik Mannheim, Deutschland.

Seit 1993 führte Dr.Knorz die LASIK an Hunderten von Patienten aus mit präoperativ geringer bis hoher  Kurzsichtigkeit……jedoch nicht bevor er auf der idyllischen karibischen Insel Aruba die Entscheidung wagte die Operation bei sich selbst an jenem milden Januartag durchführen zu lassen.

„Es war für mich eine wichtige Erfahrung

. Ich hatte all meinen Patienten ständig erzählt, dass es ein einfaches schnelles Verfahren sei und dass es verbunden sei mit einer sehr schnellen Erholung der Sehkraft. Aber dennoch, obwohl ich ziemlich angsterfüllt war von der Perspektive die gleiche Operation an mir selbst ausführen zu lassen, beschloss ich eben dieses Verfahren bei mir selbst durchführen zu lassen, um herauszufinden, ob das was ich meinen Patienten erzählte, wirklich wahr war“ erzählte Dr.Knorz EuroTimes jüngst in einem Interview.

„Bis dahin trug ich immer noch Brillengläser, weil wegen einer zusätzlichen Hornhautverkrümmung bei Kurzsichtigkeit meine Erfahrung mit Kontaktlinsen nicht gut war. Außerdem konnte ich die Kontaktlinsen nicht für lange im Auge behalten und hatte Probleme mit trockenem Auge und musste zusätzlich künstliche Tränenersatzmittel tropfen, um die Beschwerden zu lindern.“ erzählte er.

Die Operateurin, die LASIK in Aruba, holländisch Karibik, durchführte, war Dr. Maria Clara Arbelaez, eine frühere Mitarbeiterin von Dr. Luis Ruiz in Kolumbien, Südamerika und eine der ersten Operateurinnen, die dieses Verfahren durchführten. Dr.Arbelaez arbeitet jetzt in privater Praxis in Cali, Kolumbien und in Aruba. Sie und Dr.Knorz kamen überein, dass sie den Chiron Automated Corneal Shaper einsetzen solle, um die Hornhautkappe zu schneiden und den Keracor 117C Excimer Laser um den Laserabtrag auf seinem rechten Auge durchzuführen mit eine optischen Zone von 6,0mm und einer Übergangszone von 9.0mm. Seine präoperative Sphäre war -5,0dpt und einem Zylinder von -2,0/180°.

Alles wurde dunkel!

„Ich war ein bisschen nervös über die Prozedur bevor ich mich auf den Operationstisch legte, aber als ich unter den Laser fuhr nach einer Premedikation mit 5mg Midazolam, war ich komplett entspannt, vielleicht sogar etwas aufgeregt. Dann verklebte Dr.Arbelaez mein Auge und es war ein bisschen unbequem, als sie den Lidsperrer einstellte. Dann, als sie den Saugring auflegte und die Saugung anstellte, wurde alle dunkel“.

„Ich konnte spüren, wie sich das Mikrokeratom über meine Hornhaut bewegte, aber dieser Teil der Operation war nicht schmerzhaft Dann, als sie die Saugung abstellte, kehrte meine Sehkraft zurück und ich konnte das Licht sehen. Jedoch, als sie die Hornhaut abhob, war es überraschend für mich, dass, obwohl ich meinen Patienten an diesem Punkt immer sage, sie sollen in das Fixierlicht schauen, war ich selber nicht in der Lage es zu sehen. Da war nur ein roter Schein. So ließ sie den Saugring am Auge ohne die Saugung anzustellen. Die ganze Prozedur dauerte nur fünf Minuten.“

Für ungefähr zwei bis drei Stunden nach der Operation, erzählte Dr.Knorz, verspürte er ein juckendes Gefühl und ein Fremdkörpergefühl  welches allmählich verschwand. „Dieses Erlebnis ist der Grund, dass im Gegensatz zu meiner früheren Haltung, die Patienten gleich nach der LASIK- Operation heimgehen zu lassen, ermutige ich die Patienten jetzt noch 2-3 Stunden im Krankenhaus zu bleiben, bis das unangenehme Gefühl vergangen ist, erzählte er EuroTimes.

„An diesem Abend ging ich mit Maria Clara aus zum Dinner und hatte schon eine brauchbare Sehfunktion. Ich konnte die Sterne sehen und den Himmel, aber immer noch sah ich Halos um Lichtquellen. Am nächsten Tag war meine unkorrigierte  Sehschärfe 133% , aber ich bemerkte immer noch Halos bei Schummerlicht und bei Nacht. Aber sie waren 2-3 Wochen später nicht mehr zu bemerken, zu welchem Zeitpunkt sich meine Sehschärfe auch auf 166% verbessert hatte mit ungefähr einer halben Dioptrie Weitsichtigkeit. Zwei Monate nach dem Eingriff bin ich immer noch fasziniert, wie gut man sich fühlt am Morgen aufzustehen und in der Lage zu sein perfekt sehen zu können ohne die Brille aufzusetzen. Ein seltsames Gefühl, wirklich!“

„Was Komplikationen angeht, so war ich etwas besorgt bezüglich der Möglichkeit einer Infektion oder dem Einwachsen von Epithelzellen, aber nichts diesbezügliches ereignete sich. So, alles in allem war es ein sehr angenehmes Erlebnis und ich werde es weiterhin empfehlen nicht nur meinen Patienten sondern auch meinen Kollegen. Ich werde im Mai mein zweites Auge operieren lassen“ schloss Dr. M.Knorz.

Zwischenzeitlich gehöre ich nun auch zu der Rubrik von laserndern Augenärzten die das Verfahren am eigenen Leibe vollzogen haben. Eine Umfrage unter den Mitgliedern der International Society of Refractive Surgery (ISRS) bestätigt den Trend:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Kezirian+Prevalence+laser+vision+correction+ophthalmologists#

Nach dieser Studie berichten 63% der befragten lasernden Augenärzte, die sich selbst als Kandidaten für einen Augenlaserbehandlung einschätzen, die Behandlung auch an sich vollziehen haben zu lassen und mehr als 90% empfehlen das Augenlasern auch ihren unmittelbaren Familienangehörigen. Auch ich konnte nach vollzogener Behandlung durch die Freiheit im Sehen meine Ehefrau von der Behandlung überzeugen.

Literatur:

Guy M. Kezirian et al. Prevalence of laser visioncorrection in ophthalmologists who perform refractive surgery  J Cataract Refract Surg 2015; 41:1826-1832