Maculadegeneration – „Altersblindheit“

In einer alternden Gesellschaft ist die Gesunderhaltung der Augen von besonderer Bedeutung und ein erhelicher Kostenfaktor für das Gesundheitssystem .

 Schenkt man großen epidemiologischen Studien glauben, so werden in den industrialisierten Nationen mit der höchsten Lebenserwartung fast 1/3 aller Menschen die als zivilblind eingestuft werden aufgrund der altersbedingten Maculadegeneration. Diese Erkrankung der Netzhaut betrifft die Stelle des schärfsten Sehens (Macula) und führt im Endstadium zur Kompletten Leseunfähigkeit, der bedingt ist durch einen großen grauen Flecken, den der betroffene Patient in Zentrum seines Gesichtsfeldes wahrnimmt. Bei jedem 4. unauffälligen Patienten über dem 50.Lebensjahr kann man bereits feinste Veränderungen an der Macula beobachten, obwohl die Sehschärfe noch 100% beträgt und der Patient völlig beschwerdefrei ist. Streng genommen handelt es sich jedoch schon um dezente Vorstufen der altersbedingten Maculadegeneration. In der Altersklasse der 65 jährigen, kann man bei 15% der Untersuchten schon einen unterschiedlich ausgeprägten Abfall der Lese-Sehschärfe beobachten („trockene“ Maculadegeneration).

Die Diagnose und Einstufung der Makuladegeneration ist durch die Entwicklung neuer diagnostischer technologichen wie der optischen Koherenztomographie nicht mehr invasiv und damit erheblich erleichtert worden. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Untersuchung nur während laufender Therapien.

Die Macula liegt im Zentrum unserer Gesichtsfeldwahrnehmung. Sie befindet sich im optischen Brennpunkt unseres optischen Systems und verfügt über 2 Millionen zapfenförmiger Sehzellen pro Quadratmillimeter und ist auch zuständig für unsere Farbwahrnehmung. Dies ist auch der Grund dafür, warum Menschen mit Maculadegeneration Farben nur mehr noch in pastellfarbenartiger Abstufung wahrnehmen können, selbst wenn andere Medientrübungen wie grauer Star (Katarakt) beseitigt worden sind.

An der Macula läuft lebenslang beim Sehprozess eine permanente chemische Reaktion ab. Die ins Auge einfallenden Photonen einer beliebigen Lichtquelle werden in einer chemischen Reaktion umgewandelt in Elektronen, deren elektrischer Impuls das Gehirn als Sehwahrnehmung gewahr wird. Bei dieser besagten chemischen Reaktion werden starke reaktionsbereite „Radikale“ frei, die in einer ungesteuerten Reaktion auch das umgebende Gewebe zerstören können. Der Organismus hält deshalb an dieser Stelle einen besonderen Schutzmechanismus bereit, um seine Sinneszellen zu schützen. LUTEIN ist eines dieser Moleküle, das die freigewordenen Radikale blitzschnell bindet und unschädlich macht. Können die erwähnten Sauerstoff-Radikale ihre Wirkung ungebunden entfalten dann entwickelt sich eine zunehmende Schädigung der allerfeinsten Blutgefäße, die die Macula mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Folge ist ein Zellschaden der Gefäße, das Austreten von Blut, Eiweiß und Plasma in die Netzhaut, damit ein Anschwellen der feinen Netzhautstrukturen: das Maculaödem. In seinem Gefolge kann durch Gefäßneubildungen ein sich selbst erhaltender Kreislauf von weiterer Gewebezerstörung entstehen („feuchte“ Maculadegeneration). Dieser Prozess konnte bisher nur durch aufwendige Maßnahmen wie photodynamischer Lasertherapie oder chirurgischen Maßnahmen wie Macularotation aufgehalten werden. Intensive Forschungsanstrengungen gehen dahin, die Funktion der Macula durch die Einpflanzung eines Microchipswiederherzustellen.

Zwischenzeitlich sind  gentechnologisch hergestellte Substanzen wie Lucentis, Eylea und andere auch im deutschen Gesundheitswesen akzeptiert und verdrängen das gleichsam wirksame AVASTIN, welches aus marktstrategischen Gründen kein Zulassungsverfahren für den Einsatz am Auge erhalten hat.  Diese Substanzen  müssen unter sterilen Op-Bedingungen direkt ins Auge gespritzt werden muss. Unabhängige Doppelblindstudien haben die Wirksamkeit dieser Substanz unter Beweis gestellt. Die Kostenübernahme für dieses Verfahren ist den Verbänden und Gesundheitsausschüssen inzwischen geklärt. Die Krankenkassen sind zur Erstattung und Kostenübernahme (Medikamentenkosten ca.1200€) und das Einbringens des Medikaments in den Glaskörper (Kosten ca. 300€) aufgrund der gegenwärtigen Gesetzeslage verpflichtet.

Wie immer ist Vorsorge besser als Therapie: 

 Wir empfehlen deshalb Patienten die von dieser Krankheit bedroht sind die tägliche Einnahme einer spezifischen Dosis von Lutein und Spurenelementen wie sie in großen Studien als wirksam geprüft worden sind. Lutein-Einnahme verspricht keinen kompletten Schutz vor Maculadegeneration, kann den Verlauf der Erkrankung aber positiv beeinflussen oder verzögern.  Bedauerlicherweise befinden sich auf dem viel versprechenden Lutein-Markt eine Vielzahl von Präparaten, der Zusammenstellung oder Kombination nicht geprüft worden ist. Lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt beraten.  

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