Die LASEK-Operation

 

Die LASEK (Laser Assisted Superficial Keratektomie) ist eine das Hornhaut-Epithel schonende Variante der PRK (photorefraktiven Keratektomie), die seit 1996 als Standard-Operation der Excimer-Chirurgie angewandt wird. Die PRK wurde bereits 1995 von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit  bis ca -6dpt und der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis ca. +3dpt als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren eingestuft. Um einem Patienten mit grenzwertig dünner Hornhaut die Laser-Operation zu ermöglichen, wird sie heute immer noch dann als „gewebesparende“ Operationsoption empfohlen, wenn eine subnormale Hornhautdicke gemessen wird und wegen nächtlicher Pupillenweite eine große optische Zone erforderlich ist, der Operateur jedoch nicht über die kostenintensivere Femtosekunden-Technik (siehe dort) verfügt.

Seit Jahren wird sie jedoch aufgrund der zum Teil sehr heftigen Schmerzen nach der Operation und der langsameren Abheilung zunehmend von der LASIK-Operation verdrängt. In Deutschland hat sich die LASEK-Operation als preisgünstigere Augenlaser-Operation nie richtig etablieren können, da der verzögerte Sehschärfenanstieg, die Schmerzen und die unsichere Langzeitstablilität viele Patienten eher abschreckt.

Das Hauptproblem der Bildung von Hornhaut-Trübungen (Haze) bis hin zur Narbenbildung ist bis zum heutigen Zeitpunkt trotz der Einführung der LASEK-Variante nicht endgültig gelöst, da alle oberflächlichen Operationsmethoden durch die Entfernung der Bowman`schen Membran zwei verschiedene Gewebetypen in Kontakt miteinander bringen: Epithel (Deckhäutchen) und Stroma (Hornhautgrundsubstanz). Die Verletzung der in diesen Schichten dichtgedrängten Zellverbände der Keratozyten (Hautzellen) führt zur Freisetzung von Mediatoren  (Zytokinen) und stimuliert das oft überschießende Epithelwachstum mit der Folge von Heilungsstörung.

Die LASEK-Operation läuft an der Oberfläche der Hornhaut ab. Nach der Gabe von Augentropfen wird nach dem einwirken von 20%igem Alkohol auf der betäubten Hornhaut mit einem speziell für diese Prozedur entwickelten Messerchen das oberste Deckhäutchen (Hornhaut-Epithel) abgeschabt, bis die obere Grenzmembran (Bowman´sche Membran) blank geputzt ist. Mit dem Excimer-Laser wird daraufhin die Hornhaut  bis zu einer Tiefe von ungefähr 100-150u an der Oberfläche so bearbeitet, dass eine zentrale Abflachung der Hornhaut erreicht wird. Anschließend wird das das beiseite geschobene Deckhäutchen wieder über die offene Hornhaut vorsichtig zurück geschoben und durch eine sog. therapeutische Kontaktlinse  bis zur Einheilung 1-2 Tage geschützt, um die nach dem Abklingen der Betäubung meist einsetzenden Beschwerden zu mindern.

Im folgenden sehen Sie ein Live-Video einer LASEK-Operation eines amerikanischen Kollegen: Beachten Sie, dass hierbei wie bei der PRK eine erhebliche chemische Ätzung des Hornhaut-Deckhäutchens (Epithel) mit hochprozentigem Alkohol in einem kleinen abdichtenden Ring, der auf die Hornhaut aufgesetzt wird, nötig ist.

Vorteil dieser  kostengünstigeren Operation ist der im Vergleich zur LASIK-Operation geringeren Anforderung an das Geschick des Operateurs und der unkompliziertere technische  Aufwand, da das Schneiden einer Hornhautkappe entfällt.

Nachteilig wirkt sich der verzögerte Wundverschluß aus, der sich durchaus bis zu drei Tagen hinziehen kann, und der mit erheblichen Schmerzen und Beschwerden verbunden sein kann. Da in einem von besonders regenerationsfähigen Zellen (Keratozyten) bewohnten Bereich der Hornhaut operiert wird. Je nach persönlicher Veranlagung fällt die Wundheilung und die mit der Wundheilung verbundene Entzündung unterschiedlich aus. In bis zu 5% der Patienten  werden feine Trübungen (sog. „Haze“) der Hornhaut in unterschiedlicher Ausprägung  beobachtet, die sich  meist nach intensiver  Cortison-Therapie zurückbilden, jedoch nicht selten ist damit auch die Zurückbildung  („Regression“)  des erreichten Brechkraftergebnisses verbunden. Um diese Phänomene zu vermeiden ist oft eine kontinuierliche Nachbehandlung mit Augentropfen über 3 Monate erforderlich. Sollten Hornhaut-Trübungen auftreten, kann dies erhebliche Blendungserscheinungen, Verminderung des Kontrastsehens und Einschränkung der Nachtfahrtauglichkeit zur Folge haben. Auch bei Nachbehandlungen, die zu einer vorübergehenden Besserung der Hornhaut-Trübung führen, ist mit einem erneuten Auftreten der Hornhaut-Trübungen (Haze) zu rechnen. Nach den Erfahrungen mit unserem eigenen Patientengut raten wir deshalb von Zweiteingriffen mit der PRK / LASEK-Technik ab.