Photorefraktive Keratektomie (PRK)

Die PRK (photorefraktive Keratektomie) wird mittlerweile seit 1987 angewendet, um Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung zu beheben. Unsere erste PRK führten wir am 16.12.1993 durch. Wir beanspruchen deshalb für uns über entsprechende Kurz- und Langzeiterfahrung zu verfügen, um eigene Stellungnahmen abgeben zu können, die fernab eines Verkaufsprospektes für Augenoperationen liegen.

Sehen Sie hier ein Life-Video einer PRK (in Englisch) eines amerikanischen Kollegen. Beachten Sie die lange mechanische Belastung der Hornhaut beim Entfernen des Deckhäutchens (Epithel) mit der rotierenden Epithel-Bürste. Die lange einwirkendenden mechanischen Kräfte und verzögerte OP-Zeit machen die postoperative Schmerzphase verständlich.

 (Wir danken den amerikanischen Kollegen für die Erstellung des Videos.)

 Bei der PRK wird an der Hornhautoberfläche durch den Excimer-Laser eine Krümmungsveränderung durchgeführt, die die Brechkraft des Auges normalisieren soll. In einem ersten Schritt muss das Hornhaut-Epithel, die oberste Deckschicht, entfernt werden, bis die Außenmembran der Hornhaut, die Bowman`sche Membran frei liegt. Durch die Einwirkung des Excimer-Laserstrahles wird dann die Oberfläche umgestaltet, wobei die Membran und die unter der Membran liegenden Keratozyten (embryonale Stammzellen) dem Excimer-Laser zum Opfer fallen. Die nun frei liegende Hornhautwunde wird entweder direkt mit einer Verbandslinse bedeckt, oder es wird das im ersten Schritt der Operation gewonnene Epithel wieder auf die Hornhautwunde zurückgelegt, um den Wundverschluß zu beschleunigen.

Nach dem Abklingen der lokalen Betäubung, die das Auge während der Operation völlig schmerzfrei gehalten hat, setzen leider relativ schnell Augenschmerzen ein, die erheblich sein können und jedem Metall-Schweißer, der vergessen hat seinen Schutzfilter zu tragen, vertraut sind. Leider kommt es bei gewissen Patienten in unvorhergesehener Weise zu Hornhaut-trübungen („haze“), ein Phänomen, das nicht als Komplikation angesehen werden kann sondern dem natürlichen Verlauf der Hornhautheilung zugeschrieben werden muss. „Haze“ führt leider zu nächtlichen Blendungsphänomen und oft zur sog. „Regression“, d.h. die weggelaserten Hornhaut-Dioptrien werden durch Heilung wieder aufgebaut.

Um das Risiko für Hornhaut-Trübungen (Haze) zu vermindern behandeln viele Augenlaser-Ärzte die Hornhaut kurzfristig (20-45 sek) mit einer antiproliferativen Substanz, Mitomycin, die in der Krebsbehandlung entwickelt wurde, um Tumorwachstum zu stoppen. Die Aufklärung über den Einsatz diese Medikaments wird von der Ärzteschaft relativ locker gehandhabt, das es inzwischen schon weit aakzeprtierte Praxis geworden ist, obwohl unseres Wissens nach nie Zulassungsstudien für den Einsatz dieser Substanz an der Hornhaut erfolgt sind.

Bei bestimmten Konstellationen empfehlen allerdings auch wir diese oberflächliche Operationstechnik. Wir setzten allerdings dann das sog. „Trans-PRK“-Verfahren (alias „No-Touch-PRK“) ein, bei dem die oberste Deckschicht (Epithel) nicht mit dem Messer oder Alkohol (LASEK) sondern mit dem Laser entfernt wird. Mit diesem Verfahren lassen sich insbesondere oberflächliche Verletzungen der Hornhaut glätten und heilen.

 

Es gibt auch deutliche geographische Unterschiede in der Anwendung der unterschiedlichen Lasermethoden. Beispielsweise werden in Italien sehr viel mehr Patienten mit PRK-Verfahren behandelt als in Deutschland. Trotz der deutlichen Schmerzkomponente der PRK scheint der Preisvorteil dieser kostengünstigeren Variante einer Augenlaser-Operation mag hier eine Rolle spielen.

Praxis-Tip

Vorteile der PRK:

  1. Geringer Gewebebedarf, Operation auch bei grenzwertig dünnen, im übrigen aber normalen Hornhäuten möglich
  2. zusätzliche Entfernung von oberflächlich gelegenen Hornhautnarben oder Hornhaut-Unregelmäßigkeiten
  3. billigste Variante aller Augenlaser-Operationen

 

Nachteile der PRK:

  1. erhebliche Schmerzen nach der Operation für mehrere Tage
  2. Gefahr der Hornhaut-Trübungen
  3. erhöhte Gefahr des Wiedertretens der Fehlsichtigkeit im Vergleich zur LASIK
  4. dreimonatige Nachbehandlung mit cortisonhaltigen Augentropfen, die regelmäßige Arztvisiten und Augendruckmessungen erforderlich machen.