Anatomie Auge

Das Auge ist eines unserer wichtigsten Organe. Es leistet seine Aufgaben vom frühen Morgen bis spät in die Nacht, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Unsere Augen erkennen Farben und Bewegungen, außerdem nehmen sie räumlich wahr. Innerhalb von Sekundenbruchteilen reagiert das Gehirn darauf. So fangen wir einen Gegenstand, der gerade fällt, im letzten Moment auf, oder wir retten uns durch einen Sprung zurück vor einem zu knapp vorbei rasenden Auto.

Animierter Flug durch das Innere des Auge:

Der Aufbau des Auges

In diesem Kapitel erhalten Sie einen Überblick, wie unsere beiden wichtigen Sinnesorgane funktionieren.

Tränen – flüssiger Schutz für die Augen

Unsere Augen sind vielfältigen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Staub und Schmutz belasten sie, durch starken Zug oder durch Erreger sind Infektionen möglich. Um sich zu schützen, produzieren die Tränendrüsen die salzhaltige Tränenflüssigkeit – etwa einen halben Liter pro Tag, die Bindehaut produziert Schleim und die Drüsen am Lidrand einen Fettfilm. Die Augenlider verteilen diese Mischung durch ihren ständigen Lidschlag als feinen Film auf dem Auge. Dadurch werden Schmutzpartikel ausgespült. Die Tränenflüssigkeit bewahrt außerdem den Augapfel vor dem Austrocknen und ermöglicht es ihm, sich geschmeidig zu bewegen.

Wichtig für den Augenlaser-Patienten:

Durch den Augenlaser-Eingriff greifen wir auf mehrere Arten in die Regulation der Tränenflüssigkeit ein, da wichtige Sensoren für die Tränenproduktion bis zur Abheilung ausgeschaltet sind. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass das vorübergehend trockene Auge nach Augenlaser-Behandlung nicht als Komplikation zu sehen ist, sondern dem erwartungsgemäß natürlichen Abheilungsvorgang entspricht.

„Trockene Augen“ erzeugen schlechtes Kontrastsehen, da der Tränenfilm wie die Vergütungsschicht von hochwertigen Brillengläsern kontrastreiches und reflexfreies Sehen fördert. Viele frischgelaserten Patienten fühlen sich verunsichert, wenn sie nach den ersten Tagen der Euphorie des „Meersehens ohne Brille“ diese Beobachtung machen. Wir können aber beruhigt den Patienten beschwichtigen. In der Regel verschwinden diese Symptome wieder mit dem Fortschreiten der Abheilung.

 

Therapeutische Hilfen:

1.  Aktiver Lidschlag,

2. Schilddrüsen- oder Östrogenmangel ausgleichen

3. Einführen von sog. Punctum-Plugs in die Tränenkanälchen und den schnellen Abfluss der Tränenflüssigkeit zu reduzieren.

4. Fetthaltige Dexpanthenol-haltige Augensalbe zur Nacht (z.B. Bepanthen)

5. viel Trinken

6. Luftbefeuchtung am Bildschirmarbeitsplatz

Lederhaut und Hornhaut – die äußere Augenschicht

So vielfältig die Aufgaben und Fähigkeiten der Augen auch sind, so klein sind sie selbst: Das Auge hat eine Länge von nur 2,5 Zentimetern. Der kugelförmige Augapfel (Bulbus oculi) sitzt in seiner knöchernen Augenhöhle, eingebettet in ein weiches Fettpolster. Folgende Schichten bilden die Wand des Augapfels: Lederhaut und Bindehaut, Aderhaut und Netzhaut.

Der Augapfel ist von der robusten weißen Lederhaut umgeben. Sie ist als „das Weiße im Auge“ bei geöffneten Augen zu sehen und grenzt vorne an die scheibenförmige Hornhaut. Diese knapp einen Millimeter dicke Lederhaut ist reich an Fasern und sehr flexibel und gewährleistet daher dem Auge – besser als ein Knochen – Schutz bei Berührungen oder Stößen.

Die Lederhaut geht im vorderen, stärker gewölbten Teil des Auges in die durchsichtige Hornhaut über, durch die das Licht ins Auge einfallen kann. Die gesunde Hornhaut ist etwa einen halben Millimeter dick und frei von Blutgefäßen. Sie hat eine Brechkraft von 43 Dioptrien und das wichtigste optische Bauteil des Auges, um den Lichtstrahl auf die Netzhaut zu bündeln.

Unersetzlich und lebenswichtig sind unsere Augen, daher müssen wir sie schonen und schützen – nicht umsonst heißt die Redewendung »etwas wie seinen Augapfel hüten«.

Die Lederhaut wird im vorderen Augenbereich von der Bindehaut bedeckt, einer flexiblen Augenschleimhaut. Sie ist mit den Rändern der Hornhaut fest verwachsen, schützt das Auge nach außen hin und dichtet es ab. Auch die Innenseite der Augenlider ist mit Bindehautgewebe bedeckt. Drüsen in der Bindehaut produzieren Tränen und Schleim und sorgen so dafür, dass das Auge nicht austrocknet. Die Blutgefäße der Bindehaut werden bei einer Bindehautentzündung oder einer starken Reizung des Auges sichtbar, wenn sie sich vergrößern.

Unter der Lederhaut umschließt die Aderhaut (Chorioidea) den Augapfel. Während die Lederhaut fast keine Adern enthält – daher ihre weiße Farbe –, ist das Gewebe der Aderhaut stark mit Blutgefäßen versorgt. Sie kleidet lediglich den hinteren Teil des Auges aus und versorgt dort die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Nach vorn hin verdickt sie sich und geht in die Ziliarkörper und -muskeln über, die die Augenlinse fixieren und deren Nah- und Ferneinstellung bewirken.

Der Raum hinter der Hornhaut, die vordere Augenkammer, ist mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Dahinter liegt die ringförmige, farbige Regenbogenhaut (Iris). Mit Hilfe zweier Muskeln kann die Iris die Größe des Sehlochs in ihrer Mitte, also der Pupille, erweitern oder verengen. So regelt sie die Menge des einfallenden Lichts, genau wie die Blende bei einer Kamera. Lichtstrahlen, die neben der Pupille auf die Iris fallen, werden hier absorbiert.

Hinter Regenbogenhaut und Pupille liegt die farblose Augenlinse. Ähnlich wie die Linse beim Fotoapparat bündelt sie die Lichtstrahlen, die ins Auge einfallen. An ihrem Platz festgehalten wird sie von feinen Fasern, die am Ziliarkörper rund um die Linse aufgehängt sind. Die Linse ist ein elastischer Körper; die Fasern ziehen sie durch ihre Zugwirkung flach. Ein ringförmiger Muskel im Strahlenkörper bewirkt dagegen bei Kontraktion eine Linsenwölbung. Durch dieses Wölben oder Abflachen der Linse stellt sich das Auge auf das Nah- und Fernsehen ein. Im Ruhezustand ist die Linse auf das Fernsehen eingestellt. In dieser Position verharrt sie schließlich im älter werdenden Auge – wir benötigen dann eine Lesebrille für das scharfe Sehen in der Nähe.

Wenn wir Angst haben oder aufgeregt sind, weitet sich die Pupille. Das liegt daran, dass sich der Irismuskel aufgrund der Adrenalinausschüttung, die das vegetative Nervensystem verursacht, anspannt – und die Pupille weitet sich.

Hinter der Augenlinse schließt sich der Glaskörper an. Er füllt den größten Teil des Augapfels aus. Der Glaskörper ist keine feste, sondern eine durchsichtige gallertartige Masse.

Durch Hornhaut, Pupille, Augenlinse und Glaskörper fällt das Licht schließlich auf die Netzhaut, die reich an Nervenzellen ist. Die Netzhaut (Retina) liegt an der rückwärtigen Innenseite des Auges und besteht aus zehn Schichten. Acht durchsichtige Schichten durchqueren die einfallenden Lichtstrahlen auf ihrem 2,5 Zentimeter langen Weg durch das Auge, bevor sie zu den so genannten Lichtsinneszellen gelangen: den Stäbchen und Zapfen in der neunten Schicht.

Während die Stäbchen nur hell oder dunkel melden und das Sehen bei schwacher Beleuchtung ermöglichen, können die Zapfen Farben unterscheiden. Eine dunkle Pigmentschicht (die zehnte und letzte der Schichten) kann sich bei starker Lichteinstrahlung zwischen den Zapfen und Stäbchen hochschieben und so – zusätzlich zur Pupille und dem Augenlid – vor einer zu starken Blendung schützen. Die Stäbchen- und Zapfenzellen wandeln das eintreffende Licht in Nervenimpulse um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden (Genaueres siehe unter »Die Optik«).

Löcher in der Netzhaut – ein Problem bei starker Myopie

Die allmähliche Verlängerung des Auges – also eine zunehmende Kurzsichtigkeit – bewirkt eine Verdünnung der Lederhaut am hinteren Ende des Augapfels. Da der Glaskörper im Auge nicht mitwächst bzw. schrumpft, löst er sich von der Netzhaut. Die Netzhaut steht mehr und mehr unter Spannung; daher kann ihre Verdünnung bzw. Dehnung auch zum Einreißen führen. Die Folgen sind: Löcher in der Netzhaut und im Extremfall Ablösung der Netzhaut von den äußeren Schichten an der Augeninnenseite.

Der Augenarzt kann Netzhautanomalien mit Hilfe eines Augenspiegels feststellen – eine völlig schmerzfreie Untersuchungsmethode. Risse und Löcher in der Netzhaut werden mit dem Laser behandelt. Dabei wird die Netzhaut mit der darunter liegenden Aderhaut verschweißt.

Den Augenhintergrund kann der Augenarzt direkt betrachten. Mit Hilfe einer starken Lampe beleuchtet er durch die Pupille die Netzhaut und sieht Veränderungen wie Risse, Löcher oder Ablösungen. 

Tipp

Wichtig für den Augenlaser-Patienten: Zu einer guten und sachgemäß durchgeführten Voruntersuchung für eine Augenlaserbehandlung gehört auch die komplette Untersuchung der Netzhaut bei weitgestellter Pupille. Diese Untersuchung muss der Facharzt für Augenheilkunde durchführen und kann nicht an technisches Personal einer Laserinstitution deligiert werde. Sie sind essentieller Bestandteil einer professionellen Vorbereitung für die Augenlaserbehandlung. Fehlsichtige, insbesondere kurzsichtige Kandidaten haben in bis zu 3% der Fälle Veränderungen der peripheren Netzhaut, die man nur bei weitgestellter Pupille erkennen kann und die der Beratung oder Behandlung bedürfen.

Netzhautablösung – ein Akutfall

–        Die Netzhautablösung gehört zu den gefährlichsten Augenerkrankungen und kann im Extremfall zur Erblindung führen. Falls Sie plötzlich Blitze vor den Augen sehen, sollten Sie sofort handeln. Die Netzhautablösung selbst ist schmerzfrei und nur an den Blitzen am Rand des Gesichtsfelds erkennbar. Im fortgeschrittenen Stadium schweben schwarze Schleier durch das gesamte Gesichtsfeld.

 

–        Bei frühzeitiger Behandlung kann die Netzhaut mittels Laser wieder »verklebt« werden. Suchen Sie bei den ersten Anzeichen sofort einen Augenarzt auf, oder alarmieren Sie den Notarzt.

Die Augenmuskeln 

Wichtig für das Funktionieren der Augen sind nicht nur die bisher beschriebenen Teile – ohne die sechs äußeren Augenmuskel wäre keine Bewegung des Augapfels möglich. Diese Muskeln sind an der Lederhaut des Auges befestigt und liegen in der Augenhöhle.

Tipp

Wichtig für den Augenlaser-Patienten: Zu einer guten und sachgemäß durchgeführten Voruntersuchung für eine Augenlaserbehandlung gehört auch die komplette Untersuchung der Zusammenarbeit beider Augen. Oft fällt hier erstmals auf, dass gewisse Sehstörungen die der Patient seiner Brille zuordnet ursächlich mit sog. „Verstecktem (latentem) Schielen“ oder in einer reduzierten beidäugigen Zusammenarbeit liegt. Problem nach einer Laserbehandlung sind oft mit mangelnder Voruntersuchung verbunden und können vermieden werden. Auch muss man dem einen oder anderen Patienten von einer Augenlaserbehandlung abraten, wenn das Sehproblem nicht rein optisch bedingt ist

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