Werdegang durch die Medizin hin zum refraktiven Augenlaser-Spezialisten

Vorgeschichte

Mein Weg zur Augenheilkunde war immer getragen von Neugier („rerum novarum cupido“) und wissenschaftlicher Ambition.

Dieser Weg zum Augenarzt war für mich nur mit Umwegen möglich, denn es gab damals mehr Bewerber als Ausbildungsstellen zum Augenarzt.

Zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz in der Augenheilkunde ergab sich für mich die Gelegenheit eines „postDoc“ Stipendium bei der Deutschen Forschungsbemeinschaft. Ich wurde hierfür von meinem Abteilungsleiter der Nephrologie an der I.Med.Klinik Grosshadern/München  Prof.Dr.Gurland an die University of California San Francisco (UCSF) vermittelt. Hier lernte ich unter Anleitung von Dobri Kiprov MD die Werkzeuge zum wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Immunologie und das Verfassen wissenschaftlich fundierter Publikationen. Bedingt durch die damals sich explosionsartig ausbreitende HIV-Infektion waren naturgemäß die meisten Patienten unserer Abteilung in ihrer Immunabwehr geschwächte AIDS-Patienten. Ein spezieller Höhenpunkt meiner Forschungsarbeiten in San Francisco war der Fluoreszenz-mikroskopische Nachweis von autoimmunologischen Antikörpern gegen peripheres Nervengewebe, das die bei AIDS-Patienten immer häufiger auftretenden Neuropathien mit Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühl oder gar Lähmung erklären konnten, die der mit uns kooperierende Neurologe Bob Miller MD unserem Labor zuführte.

In San Francisco begegnete ich auch dem Augenlaser-Pionier Dr. Theo Seiler, der damals erstmals den Einsatz des Excimer-Laser an der Hornhaut auf einer internationale Konferenz vorstellte, ohne dass mir bewusst war, welche Konsequenzen sich aus dieser Begegnung für mein späteres Leben als Augenlaserarzt ergeben würden. Uns verbindet seitdem eine lebenslange Freundschaft.

Zurückgekehrt nach München setzte ich meine Ausbildung als Assistent bei Prof.Dr.G.Riecker an der I.Med.Klinik Grosshadern/München fort und widmete mich der Ausbildung zum Internisten.

Endlich, 1998 wurde meine Bewerbung zur Facharztausbildung in der Augenheilkunde von Prof.Dr.J-H.Greite aufgegriffen, der in München-Harlaching durch die innovative Einpflanzungstechnik (Kapsulorhexis) einen neuen Brennpunkt refraktiv wirksamer Augenoperationen schuf. Prof. Greite war auch für die Augenabteilung des Krankenhaus Schwabing der Stadt München zuständig, welche damals in München durch die HIV-Ambulanz von Dr. Hans Jäger eine Haupt-Anlaufstelle für AIDS-Kranke war. Herrn Prof.Greite verdanke ich großzügige Förderung im Fach Augenheilkunde. Während dieser Zeit entstanden zusammen mit Dr. E.-M. Fabricius international anerkannte Erstpublikationen zu HIV-bedingten Folgeerkrankungen am Auge wie akute Erblindung durch Herpes-Viren oder immunologisch vermittelte Augenmuskelentzündungen. Nach meiner Facharztausbildung wechselte ich wieder zurück an die Augenklinik der Ludwigs-Maximilian-Universität München in die Abteilung von Prof. K.-P. Boergen, einem der damals bekanntesten Strabologen, der mir die Grundlagen des beidäugigen (binocularen) Sehen erschloss, ein Wissen welches mir später die klinische Anwendung der Monovision zur Besserung der Alterssichtigkeit mit dem Excimer-Laser ermöglichte.

Pionier-Jahre

Bei der Eröffnung meiner Augenarztpraxis in Weilheim 1993 ergab sich zeitgleich die Zulassung der ersten Excimer-Laser in Deutschland zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Inspiriert durch Excimer-Laserbehandlung die ich in Kooperation mit Dr. Miro Stambuk/Blaubeuern durchführte,  gelang es in München eine Gruppe von Augenärzten zusammenzuführen, die die sog. „VisuMed AG“ (jetzt übernommen von „Optical Express“) gründeten. Der boomende Bedarf nach Korrektur der Fehlsichtigkeit mit dem Excimer-Laser führte zu einem schnellen Aufschwung in dieser neuen Fachrichtung der Augenheilkunde. Die erste routinemäßig durchgeführte Excimer-Laser-Operation war die PhotoRefraktiveKeratektomie (PRK). Hier wurde ein berechnetes Kontaktlinsen-Profil mit Hilfe des Excimer-Lasers direkt auf die Hornhaut übertragen. Trotz einer Schmerzphase von mindestens drei Tagen und eines verzögerte Anstiegs der Sehschärfe war es das damals das einzige verfügbare Verfahren zur Beseitigung von Brille oder Kontaktlinse. Das Verfahren war damals sehr umstritten bei konservativ orientierten Augenärzten, da es sich um eine möglicherweise gefährliche Operation  an des Menschens wichtigstem Sinnesorgan handelte. Auch viele Universitäten verhielten sich äußerst reserviert mit Empfehlungen und berichteten auf Augenarztkongressen bevorzugt über schwerwiegende Konsequenzen der Operation wie Hornhaut-Trübungen, verschlechtertes Nachsehen oder Verlust des bestkorrigierten Sehens.

1995 sorgte eine neue Operations-Variante für Aufsehen unter den Augenlaser-Ärzten: die Keratom-LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis). Diese Operation wurde mit dem von Dr.Luis Ruiz in Kolumbien entwickelten automatisierten Hornhaut-Schnittmesser durchgeführt (ALK/automated lammelar Keratom der Fa.Chiron). Inspiriert durch Prof. M.Knorz/Mannheim, bei dem ich erstmals den Einsatz des Keratoms „live“ gesehen hatten stellte auch ich meine Operationstechnik um. Wie ich erst Jahre später von der Fa. Chiron erfuhr führte ich im Mai 1995 die erste Keratom-LASIK in Bayern durch, ohne dass ich mir dieser Tatsache bewusst war, denn der Verkauf des Keratoms gestaltete sich für Chiron anfangs schleppend, da der Markt der refraktiven Medizin bereits durch die erfolgreiche und kostengünstigere PRK besetzt war.  Jeder Operateur, der sich nun an diese LASIK-Operations-Technik mutig herantraute wurde großzügig unterstützt, um die Methode publik zu machen. Der Siegeszug der Keratom-LASIK war nicht aufzuhalten, da nun eine Operations-Methode zur Verfügung stand, die wesentlich schmerzfreier ablief und für schnelles wieder scharf Sehen sorgte. Allerdings gab es nun andere, neu auftretende Komplikationen. Die Erzeugung einer flach auf der Hornhaut liegenden Hornhautkappe (Flap) führte zu Sorgen bei einem möglichen stumpfen Augentrauma, die Schnitttiefe des Keratoms war gelegentlich schwankend und konnte damit für zu tiefem Abtrag und einer Instabilität der Hornhaut (Keratektomie) führen oder anderseits zu flachem Abtrag  und damit zum Abbruch der Operation (free flap). Auch gab es Fälle von gestörtem Einwachsen des Deckhäutchens der Hornhaut (Epithel-Einwachsung), die wiederholte Revisionen der Operation nötig machten.  1998 publizierten wir auf der DOC (Deutscher Ophthalmologen Congress) in Nürnberg unsere Auswertung der ersten Groß-Serie von Keratom-LASIK Operationen.

Anerkennung der Excimer-Augelasermedizin

Im Jahre 2000 veröffentlichte die vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) gegründete KRC (Kommisison für Refraktive Medizin) die Kriterien für eine sachgerechte Durchführung der Augenlaser-Operationen und verpflichtete die Augenlaserärzte zu einem jährliche Fortbildungszertifikat. Der Excimer-Laser-Eingriff an der Hornhaut war damit anerkannt, seine sicheren Grenzen gefestigt, Kontraindikationen erkannt und das ganze Verfahren wurde wissenschaftlich begleitet.

Technische Innovationen und Weiterentwicklung

Einen neuen Quantensprung in Sachen Sicherheit stellte die Einführung der Femtosekunden-Lasertechnik dar, die nun der Keratom-LASIK zunehmend den Rang ablief. Der Femto-Laser ermöglicht dreidimensional vorprogrammierte Schnitte in der Hornhaut, ohne diese zu eröffnen. Auch diese Technik musste anfangs sehr um Anerkennung kämpfen. Die sog. „Andock-Zeit“ ans Auge, die Zeit bei der der Blutfluss im Auge reduziert ist, war mit den anfangs verfügbaren 15.000Hz-Femto-Lasern im Minuten-Bereich im Vergleich zu der ca. 10 Sekunden Behandlung mit dem Keratom. Wir beschäftigten uns intensiv wissenschaftlich mit der Dynamik des Ansaugprozesses während der sog. „Photodisruption“ des femto-Lasers in Kooperation mit der Technischen Universität München, die in Prof.Dr.Chris Lohmann einen ambitionierten Augenlaserspezialisten als ärztlichen Direktor erhielt. Wiederholt wurden unser Erkentnisse auf den Jahreskongressen der ASCRS (American Society of Cataract & Refractive Surgery) vorgetragen. Wieder war die „VisuMed AG“ in München eine ersten kommerziellen Anbieter, die die Femto-Technik routinemäßig ausführten. Es folgten aber relativ schnell der 30.000Hz, dann der 60.000Hz bis hin zu 120.000Hz Laser, womit die Femto-Technik vergleichsweise schnell ablief wie das Keratom, jedoch den Vorteil hatte, dass die Behandlung wesentlich kontrollierter überwacht werden konnte, da man während des Einsatzes des Femto-Lasers den Schnittverlauf mitbeobachten kann. Die Probleme Fehlschnitt, Saugungsverlust, zu tiefe Schnitte, Epithel-Einwachsung waren in unseren Händen nunmehr aus der Welt geschafft. 2007 publizierten wir auf internationaler Ebene auf der Tagung der ASCRS (American Society of Cataract & Refractive Surgery) wieder eine Groß-Serie von SBK-LASIK Operationen mit Risiko-Analysen und gaben Empfehlungen ab für eine spezielle Technik der Eröffnung der Hornhaut-Kappe, des „Flap“, die sog. „Flaporhexis“.  Wir führen seitdem die Technik mit den schnellsten verfügbaren Lasern durch und überwachen die Hornhautdicke während des Laserabtrages in Echtzeit, um zu jedem Zeitpunkt volle Kontrolle über den Operationsverlauf zu haben. Im Nov.2007 erklärte die NASA die nun SBK (Sub-Bowman´s-Keratomileusis) getaufte Augenlaseroperation wegen ihres hohen Sicherheitsstandards zur Operation der Wahl für Jet-Piloten und Astronauten.

Die Entwicklung geht weiter

Seit 2012 ist eine weitere vom Ansatz her grundsätzlich andere Operations-Technik auf dem Markt. SMILE (Small Intrastromal Lentikle Extraction). Hier wird in der beschriebenen Femto-Lasertechnik im Inneren der Hornhaut ein linsenförmiges Modell vorgeschnitten, durch einen kleinen Kanal aus dem Gewebe gelöst und mit Pinzette herausgezogen. Nun sinkt die Oberfläche der Hornhaut ein wie das Gelände im Kalkgebirge, wenn sich in der Tiefe eine Doline gebildet hat. Obwohl wir uns für dieses Verfahren zertifiziert haben, halten wir uns mit der Bewertung desselben ausnahmsweise noch zurück, da man bei diesem Verfahren viele Sicherheitsaspekte der Excimer-Operation, die voll elektronisch gesteuert und überwacht werden, aufgibt und in die Hände der manuellen Steuerung des mehr oder weniger geschickten Operateurs legt.

Schlussbemerkung

Trotz aller Schwierigkeiten und möglicher Gefahren halten wir die refraktive Chirurgie zur Beseitigung der Fehlsichtigkeit für sicher. In diesem Bewusstsein haben wir schon mehrere bekannte Augenärzte operiert, wie auch Familienmitglieder Freunde und Bekannte. Ich selbst bin in SBK-Technik operiert und schreibe dies Zeilen trotz sog. Altersichtigkeit ohne Brille.

Wir wünschen Ihnen den persönlichen Erfolg beim Sehen ohne Brille: „Mee(h)r Sehen ohne Brille“

Anatomie Auge

Das Auge ist eines unserer wichtigsten Organe. Es leistet seine Aufgaben vom frühen Morgen bis spät in die Nacht, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Unsere Augen erkennen Farben und Bewegungen, außerdem nehmen sie räumlich wahr. Innerhalb von Sekundenbruchteilen reagiert das Gehirn darauf. So fangen wir einen Gegenstand, der gerade fällt, im letzten Moment auf, oder wir retten uns durch einen Sprung zurück vor einem zu knapp vorbei rasenden Auto.

Animierter Flug durch das Innere des Auge:

Der Aufbau des Auges

In diesem Kapitel erhalten Sie einen Überblick, wie unsere beiden wichtigen Sinnesorgane funktionieren.

Tränen – flüssiger Schutz für die Augen

Unsere Augen sind vielfältigen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Staub und Schmutz belasten sie, durch starken Zug oder durch Erreger sind Infektionen möglich. Um sich zu schützen, produzieren die Tränendrüsen die salzhaltige Tränenflüssigkeit – etwa einen halben Liter pro Tag, die Bindehaut produziert Schleim und die Drüsen am Lidrand einen Fettfilm. Die Augenlider verteilen diese Mischung durch ihren ständigen Lidschlag als feinen Film auf dem Auge. Dadurch werden Schmutzpartikel ausgespült. Die Tränenflüssigkeit bewahrt außerdem den Augapfel vor dem Austrocknen und ermöglicht es ihm, sich geschmeidig zu bewegen.

Wichtig für den Augenlaser-Patienten:

Durch den Augenlaser-Eingriff greifen wir auf mehrere Arten in die Regulation der Tränenflüssigkeit ein, da wichtige Sensoren für die Tränenproduktion bis zur Abheilung ausgeschaltet sind. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass das vorübergehend trockene Auge nach Augenlaser-Behandlung nicht als Komplikation zu sehen ist, sondern dem erwartungsgemäß natürlichen Abheilungsvorgang entspricht.

„Trockene Augen“ erzeugen schlechtes Kontrastsehen, da der Tränenfilm wie die Vergütungsschicht von hochwertigen Brillengläsern kontrastreiches und reflexfreies Sehen fördert. Viele frischgelaserten Patienten fühlen sich verunsichert, wenn sie nach den ersten Tagen der Euphorie des „Meersehens ohne Brille“ diese Beobachtung machen. Wir können aber beruhigt den Patienten beschwichtigen. In der Regel verschwinden diese Symptome wieder mit dem Fortschreiten der Abheilung.

 

Therapeutische Hilfen:

1.  Aktiver Lidschlag,

2. Schilddrüsen- oder Östrogenmangel ausgleichen

3. Einführen von sog. Punctum-Plugs in die Tränenkanälchen und den schnellen Abfluss der Tränenflüssigkeit zu reduzieren.

4. Fetthaltige Dexpanthenol-haltige Augensalbe zur Nacht (z.B. Bepanthen)

5. viel Trinken

6. Luftbefeuchtung am Bildschirmarbeitsplatz

Lederhaut und Hornhaut – die äußere Augenschicht

So vielfältig die Aufgaben und Fähigkeiten der Augen auch sind, so klein sind sie selbst: Das Auge hat eine Länge von nur 2,5 Zentimetern. Der kugelförmige Augapfel (Bulbus oculi) sitzt in seiner knöchernen Augenhöhle, eingebettet in ein weiches Fettpolster. Folgende Schichten bilden die Wand des Augapfels: Lederhaut und Bindehaut, Aderhaut und Netzhaut.

Der Augapfel ist von der robusten weißen Lederhaut umgeben. Sie ist als „das Weiße im Auge“ bei geöffneten Augen zu sehen und grenzt vorne an die scheibenförmige Hornhaut. Diese knapp einen Millimeter dicke Lederhaut ist reich an Fasern und sehr flexibel und gewährleistet daher dem Auge – besser als ein Knochen – Schutz bei Berührungen oder Stößen.

Die Lederhaut geht im vorderen, stärker gewölbten Teil des Auges in die durchsichtige Hornhaut über, durch die das Licht ins Auge einfallen kann. Die gesunde Hornhaut ist etwa einen halben Millimeter dick und frei von Blutgefäßen. Sie hat eine Brechkraft von 43 Dioptrien und das wichtigste optische Bauteil des Auges, um den Lichtstrahl auf die Netzhaut zu bündeln.

Unersetzlich und lebenswichtig sind unsere Augen, daher müssen wir sie schonen und schützen – nicht umsonst heißt die Redewendung »etwas wie seinen Augapfel hüten«.

Die Lederhaut wird im vorderen Augenbereich von der Bindehaut bedeckt, einer flexiblen Augenschleimhaut. Sie ist mit den Rändern der Hornhaut fest verwachsen, schützt das Auge nach außen hin und dichtet es ab. Auch die Innenseite der Augenlider ist mit Bindehautgewebe bedeckt. Drüsen in der Bindehaut produzieren Tränen und Schleim und sorgen so dafür, dass das Auge nicht austrocknet. Die Blutgefäße der Bindehaut werden bei einer Bindehautentzündung oder einer starken Reizung des Auges sichtbar, wenn sie sich vergrößern.

Unter der Lederhaut umschließt die Aderhaut (Chorioidea) den Augapfel. Während die Lederhaut fast keine Adern enthält – daher ihre weiße Farbe –, ist das Gewebe der Aderhaut stark mit Blutgefäßen versorgt. Sie kleidet lediglich den hinteren Teil des Auges aus und versorgt dort die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Nach vorn hin verdickt sie sich und geht in die Ziliarkörper und -muskeln über, die die Augenlinse fixieren und deren Nah- und Ferneinstellung bewirken.

Der Raum hinter der Hornhaut, die vordere Augenkammer, ist mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Dahinter liegt die ringförmige, farbige Regenbogenhaut (Iris). Mit Hilfe zweier Muskeln kann die Iris die Größe des Sehlochs in ihrer Mitte, also der Pupille, erweitern oder verengen. So regelt sie die Menge des einfallenden Lichts, genau wie die Blende bei einer Kamera. Lichtstrahlen, die neben der Pupille auf die Iris fallen, werden hier absorbiert.

Hinter Regenbogenhaut und Pupille liegt die farblose Augenlinse. Ähnlich wie die Linse beim Fotoapparat bündelt sie die Lichtstrahlen, die ins Auge einfallen. An ihrem Platz festgehalten wird sie von feinen Fasern, die am Ziliarkörper rund um die Linse aufgehängt sind. Die Linse ist ein elastischer Körper; die Fasern ziehen sie durch ihre Zugwirkung flach. Ein ringförmiger Muskel im Strahlenkörper bewirkt dagegen bei Kontraktion eine Linsenwölbung. Durch dieses Wölben oder Abflachen der Linse stellt sich das Auge auf das Nah- und Fernsehen ein. Im Ruhezustand ist die Linse auf das Fernsehen eingestellt. In dieser Position verharrt sie schließlich im älter werdenden Auge – wir benötigen dann eine Lesebrille für das scharfe Sehen in der Nähe.

Wenn wir Angst haben oder aufgeregt sind, weitet sich die Pupille. Das liegt daran, dass sich der Irismuskel aufgrund der Adrenalinausschüttung, die das vegetative Nervensystem verursacht, anspannt – und die Pupille weitet sich.

Hinter der Augenlinse schließt sich der Glaskörper an. Er füllt den größten Teil des Augapfels aus. Der Glaskörper ist keine feste, sondern eine durchsichtige gallertartige Masse.

Durch Hornhaut, Pupille, Augenlinse und Glaskörper fällt das Licht schließlich auf die Netzhaut, die reich an Nervenzellen ist. Die Netzhaut (Retina) liegt an der rückwärtigen Innenseite des Auges und besteht aus zehn Schichten. Acht durchsichtige Schichten durchqueren die einfallenden Lichtstrahlen auf ihrem 2,5 Zentimeter langen Weg durch das Auge, bevor sie zu den so genannten Lichtsinneszellen gelangen: den Stäbchen und Zapfen in der neunten Schicht.

Während die Stäbchen nur hell oder dunkel melden und das Sehen bei schwacher Beleuchtung ermöglichen, können die Zapfen Farben unterscheiden. Eine dunkle Pigmentschicht (die zehnte und letzte der Schichten) kann sich bei starker Lichteinstrahlung zwischen den Zapfen und Stäbchen hochschieben und so – zusätzlich zur Pupille und dem Augenlid – vor einer zu starken Blendung schützen. Die Stäbchen- und Zapfenzellen wandeln das eintreffende Licht in Nervenimpulse um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden (Genaueres siehe unter »Die Optik«).

Löcher in der Netzhaut – ein Problem bei starker Myopie

Die allmähliche Verlängerung des Auges – also eine zunehmende Kurzsichtigkeit – bewirkt eine Verdünnung der Lederhaut am hinteren Ende des Augapfels. Da der Glaskörper im Auge nicht mitwächst bzw. schrumpft, löst er sich von der Netzhaut. Die Netzhaut steht mehr und mehr unter Spannung; daher kann ihre Verdünnung bzw. Dehnung auch zum Einreißen führen. Die Folgen sind: Löcher in der Netzhaut und im Extremfall Ablösung der Netzhaut von den äußeren Schichten an der Augeninnenseite.

Der Augenarzt kann Netzhautanomalien mit Hilfe eines Augenspiegels feststellen – eine völlig schmerzfreie Untersuchungsmethode. Risse und Löcher in der Netzhaut werden mit dem Laser behandelt. Dabei wird die Netzhaut mit der darunter liegenden Aderhaut verschweißt.

Den Augenhintergrund kann der Augenarzt direkt betrachten. Mit Hilfe einer starken Lampe beleuchtet er durch die Pupille die Netzhaut und sieht Veränderungen wie Risse, Löcher oder Ablösungen. 

Tipp

Wichtig für den Augenlaser-Patienten: Zu einer guten und sachgemäß durchgeführten Voruntersuchung für eine Augenlaserbehandlung gehört auch die komplette Untersuchung der Netzhaut bei weitgestellter Pupille. Diese Untersuchung muss der Facharzt für Augenheilkunde durchführen und kann nicht an technisches Personal einer Laserinstitution deligiert werde. Sie sind essentieller Bestandteil einer professionellen Vorbereitung für die Augenlaserbehandlung. Fehlsichtige, insbesondere kurzsichtige Kandidaten haben in bis zu 3% der Fälle Veränderungen der peripheren Netzhaut, die man nur bei weitgestellter Pupille erkennen kann und die der Beratung oder Behandlung bedürfen.

Netzhautablösung – ein Akutfall

–        Die Netzhautablösung gehört zu den gefährlichsten Augenerkrankungen und kann im Extremfall zur Erblindung führen. Falls Sie plötzlich Blitze vor den Augen sehen, sollten Sie sofort handeln. Die Netzhautablösung selbst ist schmerzfrei und nur an den Blitzen am Rand des Gesichtsfelds erkennbar. Im fortgeschrittenen Stadium schweben schwarze Schleier durch das gesamte Gesichtsfeld.

 

–        Bei frühzeitiger Behandlung kann die Netzhaut mittels Laser wieder »verklebt« werden. Suchen Sie bei den ersten Anzeichen sofort einen Augenarzt auf, oder alarmieren Sie den Notarzt.

Die Augenmuskeln 

Wichtig für das Funktionieren der Augen sind nicht nur die bisher beschriebenen Teile – ohne die sechs äußeren Augenmuskel wäre keine Bewegung des Augapfels möglich. Diese Muskeln sind an der Lederhaut des Auges befestigt und liegen in der Augenhöhle.

Tipp

Wichtig für den Augenlaser-Patienten: Zu einer guten und sachgemäß durchgeführten Voruntersuchung für eine Augenlaserbehandlung gehört auch die komplette Untersuchung der Zusammenarbeit beider Augen. Oft fällt hier erstmals auf, dass gewisse Sehstörungen die der Patient seiner Brille zuordnet ursächlich mit sog. „Verstecktem (latentem) Schielen“ oder in einer reduzierten beidäugigen Zusammenarbeit liegt. Problem nach einer Laserbehandlung sind oft mit mangelnder Voruntersuchung verbunden und können vermieden werden. Auch muss man dem einen oder anderen Patienten von einer Augenlaserbehandlung abraten, wenn das Sehproblem nicht rein optisch bedingt ist